Venezuela / Politik / Militär

Invasion von Paramilitärs und Söldnern nach Venezuela vereitelt

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Der ehemalige US-Marinesoldat Jordan Goudreau und Javier Nieto Quintero, Deserteur der venezolanischen Armee, bekennen sich in einem Video zu dem Invasionsversuch und rufen das Militär von Venezuela auf, sich anzuschließen | Screenshot
Der ehemalige US-Marinesoldat Jordan Goudreau und Javier Nieto Quintero, Deserteur der venezolanischen Armee, bekennen sich in einem Video zu dem Invasionsversuch und rufen das Militär von Venezuela auf, sich anzuschließen | Screenshot

Caracas/Washington. Die venezolanischen Behörden haben offenbar eine bewaffnete Invasion unter Beteiligung US-amerikanischer Söldner vereitelt. Demnach soll eine Gruppe Militärs am Sonntag an der nordvenezolanischen Küste gelandet sein. Die Invasoren seien aufgerieben worden, nur zwei der Männer hätten überlebt, hieß es aus Caracas. Der Vorfall soll sich in den frühen Morgenstunden ereignet haben. Das bewaffnete Kommando habe sich auf Schnellbooten dem Küstenstaat La Guaira nördlich der Hauptstadt genähert, hieß es aus Caracas. Der Zwischenfall ereignete sich inmitten einer verschärften Sanktionspolitik und militärischer Drohungen der USA gegen Venezuela.

"Eine Gruppe terroristischer Söldner, die in Kolumbien organisiert und ausgebildet wurden, hat versucht, mit Kriegsmaterial vor der Küste von La Guaira von Bord zu gehen", hieß es in einer Erklärung der Bolivarischen Nationalen Streitkräfte (Fuerza Armada Nacional Bolivariana, FANB). Der Invasionsversuch sei durch ein Zusammenspiel von Geheimdienstarbeit und Verteidigungsübungen der Armee und der Polizei vereitelt worden, die umgehend reagiert hätten. Bei einer bewaffneten Auseinandersetzung seien acht Mitglieder der paramilitärischen Gruppe getötet worden, zwei wurden festgenommen. Auf venezolanischer Seite gibt es keine Berichte über Verletzte.

Bei der Aktion wurden offenbar militärische Ausrüstung und Waffen sichergestellt. Nach ersten Einschätzungen aus Venezuela soll es sich zumindest in Teilen um Ausrüstung handeln, die bei einem fehlgeschlagenen Militärputsch am 30. April 2019 gestohlen wurde. Taucher suchen nun die Gewässer vor dem Landungsort nach zusätzlichen Waffen ab, Schiffe der Marine patrouillieren vor der Küste, um nach weiteren möglichen Booten von Söldnereinheiten zu suchen.

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Nach dem Zwischenfall hat die venezolanische Regierung jetzt mehr als 25.000 Soldaten mobilisiert. Sie sollen nach weiteren möglichen Kämpfern im Land fahnden, hieß es von Behördenseite. Bislang seien gut ein Dutzend Verdächtige festgenommen worden. Unter ihnen sollen sich auch zwei US-Bürger befinden, so Präsident Nicolás Maduro. Die Staatsangehörigkeit der weiteren Festgenommenen ist bislang unklar.

Vor der gescheiterten Militäraktion am Sonntag hatte die US-Nachrichtenagentur Associated Press berichtet, dass der ehemalige US-Elitesoldat Jordan Goudreau eine führende Rolle bei einem Invasionsplan unter Führung des pensionierten venezolanischen Generalmajors Cliver Alcala gespielt habe. Goudreau sei für die Ausbildung eines Kontingents von 300 Deserteuren der venezolanischen Armee verantwortlich gewesen, die mit einem schwer bewaffneten Konvoi nach Venezuela einfallen und binnen 96 Stunden die Hauptstadt einnehmen sollten. Goudreau ist Gründer des US-amerikanischen Söldnerunternehmens SilvercorpUSA.

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