Organisationen fordern die sofortige Freilassung der Migranten in den USA

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Migranten aus Zentralamerika in den USA
Migranten aus Zentralamerika in den USA

Mexiko/Washington. US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, dass angesichts der durch die Covid-19-Pandemie verursachten Krise und zum Schutz der Arbeitsplätze die Einwanderung in die USA vorübergehend ausgesetzt wird. Er werde dafür ein entsprechendes Dekret unterzeichnen, so Trump.

Im Gegensatz dazu fordern religiöse Gruppierungen und Nichtregierungsorganisationen aus Mexiko, Zentralamerika und den USA, die Grenzen zu öffnen. Zudem müssten die in den USA geltenden "Schutzmechanismen für Migranten", nach denen sie abgeschoben werden, sofort gestoppt werden, heißt es in einem Kommuniqué, das von mehr als 50 Organisationen unterzeichnet wurde.

Diese Maßnahmen führten dazu, dass die Geflüchteten entweder nach Mexiko abgeschoben werden, wo sie Hilfe in Herbergen bekommen oder in Migrationszentren unter teils unmenschlichen Bedingungen festgehalten werden. Daher appellieren die Unterzeichner an die Regierungen der Region, die Betroffenen umgehend freizulassen. Die Nichtregierungsorganisationen bieten den Migranten eine vorübergehende Unterkunft, Essen, medizinische und psychologische Vorsorge sowie rechtliche Beratung an.

Sie rufen weiter dazu auf, die Wirtschaft in den zentralamerikanischen Ländern solidarisch zu unterstützen, damit die Lebensqualität der Bevölkerung verbessert wird. Darüber hinaus verlangen sie die Einführung effektiver Gesundheitsmaßnahmen, um so schnell wie möglich die mit dem Coronavirus infizierten Personen zu identifizieren und ihnen eine spezielle medizinische Versorgung anzubieten.

Die Herbergen für Migranten müssten zudem genügend Corona-Tests zur Verfügung haben. Außerdem sei die Versorgung mit Wasser, Seife, Desinfektionsmittel sowie Schutzmaterial für Personal und Migranten zu gewährleisten. "Wir fordern die mitverantwortlichen Regierungen auf, die Herbergen wirtschaftlich und medizinisch zu unterstützen und dabei stets die Rechte der Migranten, Flüchtlinge und Asylbewerber zu respektieren", so das Kommunique weiter.

Aus Angst vor einer Verbreitung des Coronavirus hatte indes die Regierung von Guatemala seit dem 16. April keine Rückholflüge für guatemaltekische Bürger mehr organisiert.

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