Argentinien / Wirtschaft

Schuldenschnitt rückt näher: IWF findet Situation in Argentinien "untragbar"

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Vielleicht braucht man in Argentinien und beim IWF nach den jüngsten Ankündigungen doch keinen päpstlichen Beistand mehr (hier IWF-Chefin Georgieva und Wirtschaftsminister Guzmán mit Papst Franziskus)
Vielleicht braucht man in Argentinien und beim IWF nach den jüngsten Ankündigungen doch keinen päpstlichen Beistand mehr (hier IWF-Chefin Georgieva und Wirtschaftsminister Guzmán mit Papst Franziskus)

Buenos Aires. Nach der Beendigung eines einwöchigen Delegationsbesuchs eines Expertenteams des Internationalen Währungsfonds (IWF) scheint ein Schuldenschnitt für Argentinien ein Stück näher gekommen zu sein. Der IWF schätzt in seiner Abschlusserklärung die Höhe der Schulden als "untragbar" ein und will nun einen Plan verfolgen, um die "Schuldentragfähigkeit" des südamerikanischen Landes wiederherzustellen.

Zugleich zeigte sich der IWF weiterhin sehr erfreut mit der im Dezember ins Amt gekommenen Regierung um Präsident Alberto Fernández und Wirtschaftsminister Martin Guzmán. Es seien bereits Maßnahmen ergriffen worden, um der zunehmenden Armut entgegenzuwirken und gleichzeitig die Wirtschaft zu stabilisieren. Durch Kapitalkontrollen und einen Handelsüberschuss hätten sich internationalen Reserven und der argentinische Peso stabilisiert und man sei zuversichtlich, dass eine weitere Verbesserung der Haushalts- und Außenhandelsbilanz erreicht werden könne, so der IWF.

Jedoch sei die Entwicklung der Schuldensituation unter anderem auch aufgrund der Anfälligkeit gegenüber Wechselkursschwankungen und „des großen Anteils der öffentlichen Verschuldung in Fremdwährung“ so ernst, dass "eine endgültige Verschuldungsoperation – die einen sinnvollen Beitrag von privaten Gläubigern erbringt – erforderlich ist, um mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Wiederherstellung der Schuldentragfähigkeit beizutragen". Auch die Privatgläubiger müssten nun einen "wertvollen Teil beitragen".

Im Rahmen des seit gestern stattfindenden G20-Finanzministertreffens in Saudi-Arabien will die Direktorin des IWF, Kristalina Georgieva, mit Wirtschaftsminister Guzmán zusammentreffen, um die nächsten Schritte des IWF-Engagements in Argentinien zu besprechen.

Damit hat die Regierung um den im Oktober abgewählten Mauricio Macri gemeinsam mit Christine Lagarde, heutige EZB-Chefin und Amtsvorgängerin von Georgieva, nicht nur den beitragszahlen Mitgliedsländern des IWF, sondern auch den vielen Privatgläubigern durch die Erteilung des höchsten Kredits in der Geschichte des IWF keinen Gefallen getan. Im Gegenteil: Mittlerweile ist offensichtlicher denn je, dass Macri und der IWF komplett danebengelegen und Argentinien in eine extrem bedrohliche Lage manövriert haben.

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