Erneut Mord an Ex-Guerillero in Kolumbien, 169 Ex-Kämpfer getötet

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Ermordet: Ehemaliges Farc-Mitglied Yatacué Ramos
Ermordet: Ehemaliges Farc-Mitglied Yatacué Ramos

Bogotá. In Kolumbien ist erneut ein ehemaliges Mitglied der demobilisierten Farc-Guerilla ermordet worden. Manuel Santo Yatacué Ramos wurde im Dorf La Elvira im südwestlichen Departamento Cauca ermordet. Yatacué Ramos war im Rahmen eines Integrationsprogramms beschäftigt, das auf das 2016 geschlossene Friedensabkommen zurückgeht. Zuletzt arbeitete er in einer Kaffeekooperative.

Laut Berichten lokaler Medien wurde Yatacué Ramos von Männern mit Schusswaffen attackiert. Es fielen mehrere Schüsse im Gebiet El Ceral in der Nähe der Wiedereingliederungszone (Espacios Territoriales de Capacitación y Reincorporación, ETCR) in La Elvira. Momentan ist unklar, wer die Täter sind und welche Motive hinter dem Verbrechen stehen.

Tulio Murillo, politischer Berater der ECTR in Mesetas, berichtete kürzlich von weiteren Morden an ehemaligen Farc-Kämpfern, wie etwa der Tötung von Alexander Parra. Er verwies darauf, dass trotz der desolaten Sicherheitslage in den ETCR-Zonen ein gewisses Maß an Vertrauen entstanden sei. Hingegen sei in den stärker militarisierten Gebieten wie in den Departamentos Norte de Santander, Cauca und Meta die Gewalt gegen ehemalige FARC-Kämpfer viel ausgeprägter.

In diesem Zusammenhang weisen führende Mitglieder der politischen Partei der Farc wie Pablo Catatumbo wiederholt darauf hin, dass die Regierung das Leben und die Sicherheit derjenigen garantieren müsse, die das Friedensabkommen unterzeichnet haben. Die Senatorin Victoria Sandino kritisierte ebenfalls, dass die Regierung Sicherheitsgarantien missachte, die im Friedensvertrag vereinbart wurden.

Seit der Unterzeichnung der Friedensverträge im November 2016 wurden mindestens 169 ehemalige Farc-Mitglieder ermordet.

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