Russland und Venezuela nehmen bilaterale Projekte in Angriff

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Unterzeichnung neuer Abkommen zwischen Venezuela und Russland
Unterzeichnung neuer Abkommen zwischen Venezuela und Russland

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat die diplomatischen und wirtschaftspolitischen Beziehungen zu Russland nach einem Besuch in Moskau als "stärker denn je" bezeichnet. Maduros Äußerungen folgten auf ein Treffen mit dem russischen Vizepremier Juri Borissow in Caracas am Wochenende.

"Wir haben neue Wirtschaftsunternehmen gegründet und den Grundstein für Technologietransfer sowie die Beteiligung russischer Unternehmen in Bereichen der nationalen Produktion gelegt“, wird Maduro vom lateinamerikanischen Fernsehsender Telesur zitiert, der gegenüber der venezolanischen Regierung eine freundliche Haltung einnimmt. Alle bestehenden Verträge über Beratung, Unterstützung und technisch-militärischen Fortschritt seien verlängert worden.

Nach Maduros Angaben werden neue landwirtschaftliche Projekte mit russischer Technologie und Beratung in Angriff genommen. Dabei ginge es im Kern um eine höhere Produktion und den Schutz der Lebensmittelsicherheit in dem südamerikanischen Land.

Zentrales Anliegen des Besuchs von Borissow in Venezuela war die Einsetzung einer hochrangigen bilateralen Kommission, die neue Investitionsmöglichkeiten in strategischen Bereichen wie Eisen, Stahl und Petrochemie prüfen soll. Das Gremium werde die illegale Wirtschaftsblockade der US-Regierung und deren Verbündeten gegen beide Länder gezielt zu neutralisieren versuchen.

Der Besuch Borissows folgte auf eine Visite Maduros bei seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin Ende September. Schon nach den Gesprächen in Moskau zogen beide Staatschefs eine positive Bilanz.

Maduro nannte das Arbeitstreffen mit Wladimir Putin "äußerst positiv". Er habe sich mit ihm "über alle Themen der bilateralen Kooperation ausgetauscht und neue Wege für die Vertiefung der Zusammenarbeit und des Austauschs zwischen unseren Völkern erörtert", so Maduro nach dem Treffen. Er fügte an, der Besuch in Russland habe "das Bündnis und die bilaterale Kooperation gestärkt und zur Entwicklung unserer Völker beigetragen".

Putin betonte indes, Moskau unterstütze "alle legitimen Behörden Venezuelas". Er wolle auch die politischen Verhandlungen mit der Opposition um dem selbsternannten Interimspräsidenten Juan Guaidó fördern, sagte der Präsident weiter.

Das Treffen fand am Rande der jährlich stattfindenden Waldai-Konferenz statt, bei der Vertreter aus Politik und Wirtschaft zusammenkommen. "Wir fühlen uns in Russland sehr wohl", kommentierte Maduro seinen Besuch bei der Konferenz, die er als "wichtige Plattform" bezeichnete. Putin bekräftigte gegenüber Maduro seine Unterstützung der Regierung der Bolivarischen Republik Venezuela. Russland wolle auch einen Prozess des offenen Dialogs mit der Opposition fördern, erklärte er.

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