Nordamerikanische Filmemacher aus Peru ausgewiesen

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Peruanische Polizisten im Einsatz für den Bergbaukonzern Hudbay (Screenshot aus "Fraude de Flin Flon")
Peruanische Polizisten im Einsatz für den Bergbaukonzern Hudbay (Screenshot aus "Fraude de Flin Flon")

Cusco. Vergangenen Freitag sind nach der öffentlichen Vorführung einer Dokumentation zu Minenaktivitäten des kanadischen Unternehmens Hudbay der US-amerikanische Journalist John Dougherty und die kanadische Lateinamerika-Koordinatorin der Nichtregierungsorganisation (NGO) Mining Watch Canada festgenommen worden. Wenige Stunden später waren sie wieder frei. Das Innenministerium gab nun bekannt, dass beide wegen Störung der öffentlichen Ordnung des Landes verwiesen werden.

Sprecher des Innenministeriums erklärten, dass die Nordamerikaner am 15. April mit einem Touristenvisum in das Land eingereist waren. Mit einem solchen dürfen sie weder arbeiten noch einer bezahlten Tätigkeit nachgehen. "Die Staatsgewalt hat zuverlässige Informationen, dass diese Bedingung nicht erfüllt wurde, da sie sich dem Aufbringen der Bewohner verschiedener Orte und ländlicher Gemeinden gegen die kanadischen Minenaktivitäten gewidmet haben", heißt es in der Begründung. Die Offiziellen fügten hinzu, dass Cusco zuletzt im November vergangenen Jahres Schauplatz gewalttätiger Proteste gegen Minen war.

Lokale Umweltschützer, Kongressabgeordnete und Anwälte wiesen die Vorwürfe als konstruiert und ungerechtfertigt zurück und bezeichneten die Festnahme als Versuch, Dougherty als Journalisten und Moore als dessen Übersetzerin zum Schweigen zu bringen. Die Darstellung einer Filmvorführung als bezahlte Tätigkeit sei "lächerlich", erklärte Juan Carlos Ruíz, Anwalt der Organisation Instituto de Defensa Legal. Auch der Vorwurf der Störung der öffentlichen Ordnung sei rechtlich nicht haltbar. Die bergbaukritische NGO CopperAccion wies darauf hin, dass die Einreise via Touristenvisum gängige Praxis unter beispielsweise Konferenzteilnehmern sei, die bisher nicht an der Ausübung ihrer Tätigkeiten gehindert wurden.

"Die Situation, die sich am Freitag ergeben hat, ist nicht auf unseren Aufenthaltsstatus zurückzuführen, sondern darauf, dass Hudbay versucht, die Kontrolle darüber zu erhalten, auf welche Informationen die Gemeinden in der Nähe seiner Mine Zugriff haben", erklärte Moore selbst zu den Vorgängen. Sie und Dougherty berichteten übereinstimmend, seit ihrer Ankunft in Peru am 15. April von fremden Personen verfolgt und gefilmt worden zu sein. Auch seien Mitglieder der Gemeinden, die sie besuchten, von Polizisten über sie ausgefragt wurden.

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Die gezeigte Dokumentation "Fraude de Flin Flon" (hier in englischer Sprache) zeigte Aktivitäten von Hudbay in Kanada, USA, Guatemala und Peru und geht speziell auf Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen durch den Konzern ein. Moore äußerte weiter den Verdacht, dass die Polizei möglicherweise nicht auf staatlichen Befehl gehandelt habe: "Wir wissen, dass Hudbay Verträge mit der nationalen Polizei in Peru hatte, um ihre Einflusszonen in Cusco zu schützen. Es ist also durchaus möglich, dass die Polizei unter den Befehlen des Unternehmens gehandelt hat oder ihre Verpflichtungen dem Unternehmen gegenüber erfüllt hat, und nicht die gegenüber der öffentlichen Sicherheit."

Diese auch in der Dokumentation gezeigte Zusammenarbeit zwischen Bergbauunternehmen und Polizei ist gängige Praxis und gesetzlich erlaubt. Bergbaukonzerne können so Polizisten beispielsweise für die Bewachung ihrer Minen oder die Niederschlagung von Protesten anheuern.

Während der Entstehung der Dokumentation hätten sie Hudbay die Möglichkeit gegeben, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen und gegen mögliche Fehler in der Darstellung vorzugehen. Dies sei jedoch nicht passiert, so der Filmemacher.

Am Mittwoch wurde die Dokumentation erneut in der Hauptstadt Lima vorgeführt. Dougherty war zu einer anschließenden Diskussion via Skype zugeschaltet.

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