El Salvador: Regierung nimmt sich der Gewaltopfer an

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Präsident von El Salvador, Salvador Sánchez Cerén, bei einer Veranstaltung mit der Polizei des Landes im August 2016
Präsident von El Salvador, Salvador Sánchez Cerén, bei einer Veranstaltung mit der Polizei des Landes im August 2016

San Salvador. In El Salvador wurde am vergangenen Mittwoch seit langem einen Tag lang offiziell kein Mord registriert. Das bestätigte Polizeipräsident Howard Cotto gegenüber dem Onlineportal elsalvador.com. Nach Angaben des Funktionärs geht die Gewalt seit Mai konstant zurück. Schon Anfang 2015 hatte die Regierung des mittelamerikanischen Landes eine Sicherheitsstrategie in Kraft gesetzt und Spezialeinheiten gegen einflussreiche Bandes mobilisiert.

Auch in diesem Jahr will sich die Regierung von El Salvador besonders um die Opfer von Gewalttaten kümmern. Mit der Umsetzung des Aktionsprogramms El Salvador Seguro (Sicheres El Salvador), mit dem die Behörden seit dem vergangenen Jahr die eklatant gestiegene Gewaltkriminalität bekämpft, werden behördenübergreifende Anlaufzentren für Gewaltopfer eingerichtet.

Die Städte Soyapango, Zacatecoluca, Ilobasco, Ahuachapán und Jiquilisco sind die ersten von 26 Ortschaften, die nach Auskunft des Ministers für Justiz und Öffentliche Sicherheit, Ramírez Landaverde, solche Anlaufstellen für Betreuung und zum Schutz von Gewaltopfern erhalten. Geplant sind außerdem Zentren am internationalen Flughafen, ein Auffanglager für Flüchtlinge und neue öffentliche Krankenhäuser.

Das neue "Modelo Integral de Atención a Victimas de Violencia" (Integrales Modell zum Beistand für Opfer von Gewalt) soll einen politischen und rechtlichen Rahmen schaffen, der die Zusammenarbeit der staatlichen Institutionen bei Betreuung und Schutz dieser Menschen erlaubt. Vorgesehen sind Pläne und Programme, die eine umfassende Versorgung von Gewaltopfern erlauben.

Finanziert wird das Programm einerseits aus Mitteln der Institutionen, die an der Versorgung von Opfern beteiligt sind, wie Polizei, Gesundheitsministerium, Bildungsministerium und die Stadtverwaltungen. Zum anderen werden 500,000 US-Dollar aus Sondermitteln der öffentlichen Sicherheit bereitgestellt, mit denen Auffangzentren eingerichtet werden.

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