Kolumbianisches Gericht urteilt zugunsten der Bevölkerung

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Der Justizpalast in Bogotá
Der Justizpalast in Bogotá

Bogotá. Das kolumbianische Verfassungsgericht hat mit einem neuerlichen Urteil die Bergbaufirma Carbones del Cerrejón Limited aufgefordert, einen Plan vorzulegen, der den Bewohnern im Süden von Guajira eine ausreichende Trinkwasserversorgung garantiert. Damit wurde eine über zehn Jahre andauernde juristische Auseinandersetzung zugunsten der vom Kohletagebau betroffenen Bevölkerung entschieden.

In der Urteilsbegründung heißt es, dass in den Umsiedlungsgebieten ein "normales Familien- und Arbeitsleben nicht möglich" sei. "Bis heute wurden keinerlei Maßnahmen ergriffen, um die Probleme zu lösen. Armut, Ernährungsunsicherheit und Epidemien breiten sich weiter aus", die Grundbedürfnisse würden nicht berücksichtigt. Somit gäbe es auch keine Möglichkeit für eine bessere Entwicklung, führen die Richter in ihrem Urteil aus.

Die Förderung von 33 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr verursachte in der Region schwere Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen. Insbesondere durch die Umleitung eines der größten Flüsse des Landes kam es zu einer starken Wasserverschmutzung, die die Grundwasserversorgung zerstörte. Zuvor hatte die Bevölkerung sogar in der Trockenzeit ausreichend Zugang zu Wasser.

Von der Verschmutzung ist nicht nur die Trinkwasserversorgung betroffen, sondern auch die Landwirtschaft insbesondere der indigenen Bevölkerung. Deren Lebensgrundlage ist ein traditioneller Anbau von Obst und Gemüse. Auch das Trinkwasser, das nun aus örtlichen Brunnen geholt werden muss, ist gesundheitsgefährdend. Hinzu kommt Feinstaub, der durch den Abbau von Kohle in der Region besonders stark ist.

Die Folgen der Umweltverschmutzung sind eine hohe Kinder- und Jugendsterblichkeit, die nach offiziellen Zahlen in einem Zeitraum von 15 Jahren etwa 5.000 Kinder der indigenen  Wayuú-Gemeinschaft das Leben kostete. Der Sprecher der Gemeinden, Armando Valbuena, gibt an, dass es sich sogar um mindestens 14.000 Opfer handele. Viele Todesfälle könnten nicht offiziell registriert werden, wenn Erkrankte den Weg durch die Wüste zum nächsten Krankenhaus nicht überleben.

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