Peru / Politik / Menschenrechte

Proteste gegen Kandidatin Fujimori vor Wahlsonntag in Peru

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Zehntausende protestierten am Dienstag gegen Kandidatin Fujimori
Zehntausende protestierten am Dienstag gegen Kandidatin Fujimori

Lima. Die peruanische Wahlbevölkerung ist dazu aufgerufen, am kommenden Sonntag das Präsidentschaftsamt, drei Viertel des nationalen Kongresses sowie die Vertretung im Andenparlament neu zu besetzen. Derweil erreichten die breiten Proteste gegen Präsidentschaftskandidatin Keiko Fujimori zum 24. Jahrestag des "Putsches von oben" am vergangenen Dienstag mit mehr als 50.000 Teilnehmern ihren vorläufigen Höhepunkt. Aktuelle Meinungsumfragen sehen Fujimori bislang weit vorn, ihr Sieg in der anschließenden Stichwahl um das höchste Amt ist aber alles andere als gewiss.

Während der zentralen Präsidentschaftsdebatte am Sonntag hatte Fujimori verlautet, sie wisse, "die Geschichte zu betrachten" und verspreche, Demokratie und Menschenrechte zu respektieren. Damit hatte sie sich von der Politik ihres Vaters Alberto Fujimori distanziert, der als Staatspräsident (1990-2000) das Parlament 1992 eigenmächtig auflöste und per Verfassungsänderung abschaffen ließ. Er sitzt wegen Menschenrechtsverletzungen und Korruption für 25 Jahre im Gefängnis. Gleichzeitig verteidigte sie aber die damals geschaffene und bis heute gültige Verfassung, da diese einen "großen Anteil am Wirtschaftswachstum" habe. Die meisten ihrer Mitkonkurrenten würde jene im Falle eines Wahlsiegs verändert sehen wollen.

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Als große Überraschung kann der Aufstieg der ehemaligen Kongressabgeordneten Verónika Mendoza vom Mitte-links-Bündnis Frente Amplio in der Gunst der Wählerschaft gewertet werden, die sich ernsthafte Chancen auf eine Stichwahl mit Fujimori ausrechnen darf. Ordneten die Meinungsforscher sie vor zwei Monaten noch bei etwa zwei Prozent Stimmenanteil ein, konnte sie diesen bis heute auf etwa 15 Prozent erhöhen. Damit zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf Rennen zwischen Mendoza und dem neoliberalen Kandidaten Pedro Pablo Kuszynski von der Partei PPK (Peruaner für den Wechsel) um den zweiten Rang ab, der momentan etwa 16 Prozentpunkte verbuchen kann. Fujimori führe die Liste mit rund 35 Prozent an. Sollte es ihr nicht gelingen, am Sonntag die 50 Prozent-Hürde zu knacken, kommt es zur Stichwahl mit dem Zweitplatzierten.

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