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Militärs in Venezuela wegen Putschplanung verurteilt

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Das Militärgericht in Caracas verurteilte die Angeklagten wegen Beteiligung an Putschvorbereitungen gegen Präsident Nicolás Maduro
Das Militärgericht in Caracas verurteilte die Angeklagten wegen Beteiligung an Putschvorbereitungen gegen Präsident Nicolás Maduro

Caracas. Acht Angehörige der venezolanischen Streitkräfte und ein Nationalgardist sind von einem Militärgericht wegen Beteiligung an Putschvorbereitungen gegen Präsident Nicolás Maduro zu Gefängnisstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt worden. Dies gab Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino López via Twitter bekannt. Der Prozess gegen die Angeklagten hatte im Februar begonnen.

Die Männer hatten laut Urteil eine führende Rolle bei der "Operation Jericho" inne und gehörten einer Gruppe von insgesamt 30 Militärs vor allem der Luftwaffe an, die im März und April 2014 verhaftet wurden. Sie wollten innerhalb der Streitkräfte eine Rebellion organisieren und an einem Staatsstreich gegen die sozialistische Regierung mitwirken. Wie die Tageszeitung "El Universal" berichtet, sollten im Rahmen dieser Operation Ziele im Zentrum der Hauptstadt bombardiert werden. Die Verschwörung sei zwei Jahre lang geplant worden und wurde durch Hinweise von Soldaten aufgedeckt. 

Der führende Kopf der jetzt wegen Anstiftung zur Rebellion verurteilten Männer soll der frühere Vizeminister für Militärausbildung, Brigadegeneral Oswaldo Hernández Sánchez, gewesen sein. Dieser stand in Beziehung zu Luftwaffenmajor Carol Mitchell von der US-amerikanischen Botschaft in Caracas. Außerdem hatte er nach eigenen Angaben Kontakte zu prominenten Vertretern der rechtsgerichteten Opposition in Venezuela, unter anderem zu Julio Borges, einem Parlamentsabgeordneten der Partei Primero Justicia.

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Die "Operation Jericho" der Militärs stand im Zusammenhang mit der Kampagne "La salida" (Der Abgang) der venezolanischen Rechten, um die Regierung Maduro zu stürzen. Im Januar 2014 hatten die Rechtspolitiker Leopoldo López, Antonio Ledezma und María Corina Machado mit diesem Ziel zu "Straßenversammlungen" aufgerufen. Bei den darauf folgenden Protesten, Straßenblockaden und gewalttätigen Konfrontationen waren zwischen dem 12. Februar und Juni 2014 43 Menschen ums Leben gekommen, darunter Oppositionelle, Regierungsanhänger, Sicherheitskräfte und Unbeteiligte. 878 Menschen wurden verletzt. Die Regierung spricht von Sachschäden in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar, die durch die Ausschreitungen verursacht wurden.

López ist seit dem 18. Februar 2014 in Haft und steht derzeit vor Gericht. Die Justiz wirf ihm vor, einer der Hauptverantwortlichen der Gewalt zu sein. Ledezma wurde am 19. Februar dieses Jahres verhaftet, ihm werden unter anderem Verbindungen zu einer Gruppe zur Last gelegt, gegen die wegen Gewaltaktionen und Anschlagsplänen im Frühjahr 2014 ermittelt wird.

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