Deutsche Unternehmen wollen in Nicaragua investieren

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Christoph G. Schmitt, der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika Verein Hamburg (links) und Nicaraguas Minister für Investitionen, General Álvaro Baltodano
Christoph G. Schmitt, der Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika Verein Hamburg (links) und Nicaraguas Minister für Investitionen, General Álvaro Baltodano

Managua. Eine Delegation deutscher Unternehmer hat kürzlich Nicaragua bereist und Interesse an Investitionen in das mittelamerikanische Land gezeigt. Neben Christoph G. Schmitt, dem Hauptgeschäftsführer des wirtschaftsnahen Lateinamerika-Vereins aus Hamburg trafen weitere Vertreter von sieben deutschen Firmen mit der Investment-Agentur ProNicaragua, dem Minister für Investitionen, General Álvaro Baltodano, und dem nicaraguanischen Minister für Nationale Politik, Paul Oquist. zusammen.

Bei den Treffen ging es um Projekte in der Energiewirtschaft, der Agrarproduktion und den Bau des Interozeanischen Kanals, der parallel zum Panama-Kanal errichtet werden soll. Es seien verschiedene Faktoren, die deutsche Unternehmer nach Nicaragua ziehen, so Schmitt: "Zunächst die gute geografische Position Nicaraguas im lateinamerikanischen Kontext, die Investitionssicherheit, das Arbeitskräftepotenzial, das man auf positive und produktive Weise nutzen kann, um Arbeitsplätze zu schaffen und exportfähige Produkte herzustellen." Er glaube, dass die Nutzung natürlicher Ressourcen für die Agrarwirtschaft ausbaufähig sei und ihr größere Bedeutung zukommen werde.

Zu den Teilnehmern der deutschen Delegation zählten die GAUFF GmbH & Co Engineering KG, IAK Agrar Consulting GmbH, I.B.U. Projekt GmbH, Lücas-Nülle GmbH, Siemens S.A. und die Volkswagen AG.

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Bei der Unternehmermesse EuroFeria 2015, die vom 8. bis 9. Mai in der Hauptstadt Managua stattfindet, wird auch der Vorstand deutscher mittelständischer Betriebe, Axel Hübner, erwartet. Nach Angaben nicaraguanischer Medien sind weitere Besuche deutscher Unternehmen geplant.

Eine Delegation belgischer Unternehmen ist derzeit in Nicaragua und spricht sich ebenfalls für Investitionen aus, vor allem in der Modernisierung der Häfen.

Vor allem der Bau des Interozeanischen Kanals sorgt in Nicaragua und international für Debatten. Die Regierung von Präsident Daniel Ortega verteidigt das Megaprojekt mit dem Argument, dass im Land massiv Arbeitsplätze und Wohlstand geschaffen würden. Äußerst kritisch äußerte sich in Deutschland der Grünen-Bundestagsabgeordnete Tom Königs. Er glaube nicht, dass das Vorhaben jemals umgesetzt werde, sagte der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Gespräch mit amerika21. "Ich fürchte, dass es zu erheblichen Umweltschäden, Umsiedlungen und Entwaldungen kommt, der Bau dann aber letztlich stagniert und eine Bauruine zurückbleibt", so Königs. Der Grünen-Abgeordnete, der unlängst im Rahmen einer Parlamentarierdelegation Nicaragua besuchte, verwies zudem darauf, dass sich auch ehemals führende Kräfte der sandinistischen Bewegung von Präsident Ortega wie die ehemalige Comandante Dora María Téllez gegen das Projekt aussprechen.

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