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Innenminister von Venezuela meldet Erfolge im Kampf gegen Kriminalität

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Innen- und Justizminister Miguel Rodríguez Torres bei der Pressekonferenz am Montag
Innen- und Justizminister Miguel Rodríguez Torres bei der Pressekonferenz am Montag

Caracas. Im Lauf des Jahres 2014 ist es der Regierung in Venezuela nach Angaben von Innen- und Justizminister Miguel Rodríguez Torres gelungen, mit dem "Plan sichere Heimat" die Kriminalität zurückzudrängen.

"Wir sind auf dem richtigen Weg, um die Kriminalität weiter zu verringern", sagte der Minister am vergangenen Montag bei einer Pressekonferenz. So sei die Zahl der Entführungen um rund 52 Prozent – von 245 auf 117 im vergleichbaren Zeitraum – reduziert worden. In 99 Prozent der Entführungsfälle konnten die Opfer gerettet werden, so der Minister. Einige Angehörige von Geiseln hätten Lösegeld bezahlt, aber die meisten seien auf Druck der Polizei freigelassen worden oder konnten befreit werden. Die staatlichen Sicherheitskräfte befänden sich weiterhin in einer "harten und anhaltenden Konfrontation mit Entführerbanden".

Die Anzahl der Vergewaltigungen sei um 26,3, die der Morde um 21,2 und die der Autodiebstähle um 30,5 Prozent zurückgegangen. Die Verstärkung der sogenannten "intelligenten Patrouillen", bei denen Streifenpolizisten und Bevölkerung bei der kontinuierlichen Überwachung bestimmter Gefahrengebiete eng zusammen arbeiten, habe auch zur Reduzierung von Straftaten beigetragen, so Rodríguez Torres.

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Im Monat August 2014 sei der stärkste Rückgang der Kriminalität in den Bundesstaaten Barinas (22 Prozent), Falcón (20,2), Anzoátegui (14,1), Apure (12) und Táchira (11,3) zu verzeichnen gewesen. "Es ist ein signifikanter Rückgang. Dies sind Staaten, in denen die Verbrechen zwischen 2010 und 2011 erheblich zugenommen hatten", so der Minister. Der Rückgang sei verbunden mit der Umsetzung des Plans "Sichere Heimat". Rodríguez Torres betonte, dass im Bundesstaat Miranda, der vom oppositionellen Gouverneur und früherem Präsidentschaftskandidaten Henrique Capriles Radonski regiert wird, dagegen weiterhin eine hohe Rate von Kriminalität und Gewalt festzustellen sei. Die Behörden in Miranda arbeiteten in der Prävention nicht mit der nationalen Regierung zusammen, um die Kriminalität zu verringern.

Wie die Zeitung El Impulso berichtet, monieren Regierungskritiker, Rodríguez Torres habe es erneut vermieden, die genaue Zahl der Todesfälle zu nennen. Er habe lediglich gesagt, dass die Mordrate Ende 2013 bei 39 Todesfällen pro 100.000 Einwohner gelegen habe und 2014 darunter liegen solle. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation "Venezolanische Beobachtungsstelle für Gewalt" (OVV) hat es in Venezuela im Jahr 2013 einen beispiellosen Rekord bei Mordfällen gegeben: 24.763 Menschen seien an den Folgen des "Verbrechertums und seiner Straflosigkeit" gestorben. Die Erhebungsmethode der NGO ist jedoch fragwürdig: Die Zahlen basieren auf angeblich zurückgehaltenen offiziellen Zahlen, die am Jahresende hochgerechnet werden. "In Venezuela wird alle 20 Minuten ein Mord begangen", so die NGO. Dies bedeute im Gegensatz zu den Regierungsangaben eine Rate von etwa 79 Todesfällen pro 100.000 Einwohner.

Rodríguez Torres kritisierte die NGO scharf. Sie lasse sich von politischen Absichten leiten, so der Minister. Schließlich sei ihr Leiter, Roberto Briceño León, unter anderem an der Kommission für Sicherheitsfragen des Oppositionsbündnisses Tisch der Demokratischen Einheit (MUD) beteiligt gewesen und arbeitete am Regierungsprogramm des Präsidentschaftskandidaten des MUD, Capriles Radonski mit.

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