Venezuela / Wirtschaft

Ex-Chef der Devisenkontrollbehörde in Venezuela wegen Betruges angeklagt

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Ermittelt in über 100 Fällen von Devisenbetrug: Venezuelas Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz
Ermittelt in über 100 Fällen von Devisenbetrug: Venezuelas Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz

Caracas. Der ehemalige Leiter der inzwischen aufgelösten Devisenkontrollbehörde (CADIVI) in Venezuela, Francisco Navas Lugo, wird wegen "betrügerischer Deviseneinnahmen" angeklagt. Dies gab die Generalstaatsanwältin des südamerikanischen Landes, Luisa Ortega Díaz, am vergangenen Freitag bekannt.

Navas und sein Cousin José Stekman Lugo, der auch der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung beschuldigt wird, gehören zu insgesamt sechs neuen Beschuldigten, die die staatliche Devisenkontrolle hintergangen haben sollen.

In den vergangenen Wochen hatte die Generalstaatsanwaltschaft bereits die Namen von über 110 Firmen veröffentlicht, gegen die wegen mutmaßlichen Devisenvergehen, Korruption, organisierter Kriminalität und Finanzierung des Terrorismus und anderen Straftaten ermittelt wird.

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In Venezuela existiert seit 2003 ein Kontrollsystem, das den Zugang zu Devisen reguliert und einschränkt. Diese sind ausschließlich nach Genehmigung durch verschiedenen Behörden, hauptsächlich durch CADIVI, verfügbar.

Laut offiziellen Quellen hat der Staat durch Devisenbetrug von Schein- oder Briefkastenfirmen, die Geschäfte fingierten, um an Devisen zu kommen, allein im Jahr 2012 insgesamt einen Schaden von 20 Milliarden US-Dollar erlitten.

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hatte öffentlich erklärt, CADIVI sei "von Kriminellen durchsetzt" und eine vollständige Neuordnung des Devisensystems angeordnet. CADIVI wurde in diesem Jahr aufgelöst, an seine Stelle trat das Nationale Außenhandelszentrum (Cencoex).

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