Wladimir Putin beginnt Lateinamerika-Reise in Kuba

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FIdel Castro und Wladimir Putin, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000
FIdel Castro und Wladimir Putin, hier in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000

Moskau/Havanna. Russlands Präsident Wladimir Putin startet am heutigen Freitag zu einer mehrtägigen Lateinamerika-Reise, die ihn nach Kuba, Argentinien und Brasilien führen wird. In Brasilien wird Putin in der Stadt Fortaleza unter anderem am sechsten Gipfeltreffen der BRICS-Staaten teilnehmen.

"Seit seiner ersten Amtszeit hat der russische Präsident großes Interesse an einer Zusammenarbeit mit den Staaten Lateinamerikas gezeigt", hieß es vor der Reise im spanischsprachigen Programm des staatlichen russischen Fernsehsenders RT. Putin gehe es derzeit vor allem um die Vertiefung der handelspolitischen und wirtschaftlichen Bande sowie eine Steigerung der gegenseitigen Investitionen. Putin habe zudem Interesse "an der Durchführung von Projekten gegenseitigen Nutzens und der humanitären Kooperation", so RT weiter.

Neben dem Treffen der BRICS-Staaten werde der russische Präsident mit Regierungsvertretern aus zwölf südamerikanischen Staaten zusammenkommen. "Die Reise ist Ausdruck des Bestrebens des Kremls, die internationalen Beziehungen auf der Basis einer polizentrischen Weltordnung zu errichten, in der es mehrere Entwicklungszonen gibt", so die komplizierte Formulierung bei RT. Konkret heißt das: Russland unter Putin wendet sich weiter vom Westen ab und sucht den Schulterschluss mit den BRICS-Staaten. Diese Politik war unlängst bereits in einem langfristig angelegten milliardenschweren Erdölgeschäft mit China deutlich geworden.

Am heutigen Freitag wird Putin zunächst in Kuba eintreffen, der ersten Station seiner Reise. In Havanna wolle der russische Präsident mit dem amtierenden Staats- und Regierungschef Raúl Castro sowie mit dem kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro zusammenkommen.

Bei dem Besuch in Argentinien stehe die energiepolitische Zusammenarbeit im Zentrum der Gespräche, heißt es auf der Internetseite des Kreml. Auf Initiative der Regierung von Präsidentin Cristina Fernández sollen russische Unternehmen unter anderem mit dem Bau von zehn Wasserkraftwerken und einem Atomkraftwerk beauftragt werden.

In Brasilien wird Putin am Sonntag zunächst das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen, um dann mit Präsidentin Dilma Rousseff und Unternehmern des Landes zusammenzukommen. Ziel sei es, das bilaterale Handelsvolumen auf zehn Milliarden US-Dollar zu steigern, so RT.

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