Proteste und Repression in Honduras nehmen weiter zu

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Die Freilassung des politischen Gefangenen Chabelo war eine der zentralen Forderungen der Protestierenden
Die Freilassung des politischen Gefangenen Chabelo war eine der zentralen Forderungen der Protestierenden

Tegucigalpa. Indigene, soziale und kleinbäuerliche Organisationen haben in der vergangenen Woche einen zweitägigen Protestmarsch in die honduranische Hauptstadt durchgeführt. Die Organisationen forderten unter anderem die Freilassung des politischen Gefangenen José Isabel Chabelo Morales, die Verabschiedung einer neuen Agrarreform und protestierten gegen den "neoliberalen Ausverkauf" des Landes.

An dem Protestmarsch, der unter dem Motto "Marsch für die Würde und die Souveränität" stattfand, beteiligten sich zirka 400 Personen aus verschiedenen Basisorganisationen des ganzen Landes. Im Anschluss an den Marsch und einer Kundgebung vor dem Präsidentenpalast und dem Kongress begangen Kleinbauern einen unbefristeten Hungerstreik vor dem Kongressgebäude.

Nach vier Monaten Regierungszeit des neuen Präsidenten Juan Orlando Hernández spitzen sich die sozialen und politischen Auseinandersetzungen in Honduras weiter zu.

Am 17. Mai wurde der Menschenrechtsverteidiger Cristian Castro in La Esperanza verhaftet, Castro ist Mitglied der Organisation CINPH-MMP und setzt sich vor allem für die Rechte indigener Jugendlicher ein. Laut Polizeiangaben lag keine Anklage gegen Castro vor, er befinde sich aber aufgrund seiner politischen Aktivitäten auf einer roten Liste.

Bereits am 13. Mai wurden Abgeordnete und Aktivisten der Partei LIBRE von Militär- und Polizeieinheiten unter Tränengas- und Schlagstockeinsatz aus dem Kongress entfernt. Bei der Aktion wurden mehrere Abgeordnete der Partei verletzt. Nur einen Tag zuvor verübten Unbekannte ein Attentat auf Rafael Barahona, Gemeinderat der Partei LIBRE im  Distrito Central, dem Hauptstadtbezirk.

Am 9. Mai wurde zudem der Vorsitzende der zivilgesellschaftlichen Organisation Casa Alianza, José Guadalupe Ruelas, von Einheiten der Militärpolizei verhaftet und zusammengeschlagen. Laut einem jüngst veröffentlichen Bericht von Casa Alianza fielen in Honduras in den vergangenen drei Monaten 270 Jugendliche unter 23 Jahren einem gewaltsamen Tod zum Opfer. Der Bericht sorgte in Honduras und International für Aufsehen. Ruelas hatte unter anderem von einer systematischen Ermordung von Jugendlichen in Honduras gesprochen. Er machte direkt den honduranischen Präsidenten für die Übergriffe gegen ihn verantwortlich. 

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