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Paraguay: Unteroffizier stirbt bei Hinterhalt in San Pedro

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Kurz nach dem Amtsantritt von Präsident Cartes ermöglichte das Parlament Militäreinsätze im Inland auch ohne Ausrufung des Ausnahmezustandes
Kurz nach dem Amtsantritt von Präsident Cartes ermöglichte das Parlament Militäreinsätze im Inland auch ohne Ausrufung des Ausnahmezustandes

San Pedro, Paraguay. Bei einem bewaffneten Angriff auf eine Polizeieskorte in der östlichen Region San Pedro ist Anfang Oktober ein paraguayischer Unteroffizier ums Leben gekommen. Mehrere weitere Personen wurden leicht verletzt, wie Paraguays Innenminister Francisco de Vargas kurz nach dem Vorfall mitteilte. Die Personen waren laut Minister Teil eines Begleittrupps, der Mitarbeiter des Innenministeriums auf ihrem Weg zur Ortschaft Tacuatí beschützen sollte. De Vargas machte für das Attentat die Guerillagruppe "Armee des paraguayischen Volkes" (EPP) verantwortlich.

Die Mitarbeiter gehörten zur Abteilung für Menschenrechte des Innenministeriums. Sie sollten auf einem Militärstützpunkt in der Nähe von Tacuatí die Soldaten über Menschenrechte aufklären. Seit einigen Wochen setzt die Regierung die Armee im Norden des Landes ein, um die EPP dort militärisch zu bekämpfen. Dafür hatte das Parlament kurz nach Amtsantritt des neuen Präsidenten Horacio Cartes am 15. August extra eine Gesetzesänderung beschlossen. Militäreinsätze im Inland sind seitdem auch ohne Ausrufung des Ausnahmezustandes möglich. Diese Maßnahme war in nationalen sowie internationalen Medien heftig kritisiert worden.

Angesichts des mäßigen Erfolges, den die paraguayische Regierung bislang gegen die EPP verzeichnen konnte, schloss der Innenminister auch internationale militärische Hilfe, etwa durch die USA, nicht mehr aus. Laut der Zeitung Ultima Hora sagte de Vargas vor kurzem, dass die Vereinigten Staaten bereits "aufklärerische Unterstützung" leisten.

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