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Ecuadors Parlamentspräsidentin trifft Migranten in der Schweiz

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Ecuadorianisches Treffen in Genf
Ecuadors Parlamentspräsidentin Gabriela Rivadeneira (Mitte) mit Abgeordneten der Nationalversammlung und amerika21.de-Autor Philipp Zimmermann (2.v.l.)

Genf. Eine Delegation der Nationalversammlung Ecuadors hat sich am Montagabend in Genf mit der ecuadorianischen Gemeinschaft in der Schweiz sowie mit Solidaritätsgruppen getroffen. Die von Parlamentspräsidentin Gabriela Rivadeneira angeführte Gruppe weilte für die 129. Sitzung der Interparlamentarischen Union vom 7. bis 9. Oktober in der Schweiz.

In ihrer Ansprache betonte Rivadeneira, die von Präsident Rafael Correa initiierte Bürgerrevolution habe Ecuador in wenigen Jahren große Fortschritte gebracht. Die 30-jährige Parlamentspräsidentin, die als erste Frau in der Geschichte des Landes dieses Amt bekleidet, strich als wichtige Errungenschaften des politischen Prozesses die Beteiligung von Frauen, Indigenen und jungen Menschen heraus. "Die zuvor Ausgeschlossenen haben heute eine Stimme, die sie mit Würde erheben und einbringen", sagte Rivadeneira.

Der Abgeordnete Fernando Bustamante von der Regierungspartei Alianza Pais hob die Bedeutung des Treffens mit in der Schweiz lebenden Ecuadorianerinnen und Ecuadorianern hervor. "Wo immer auf der Welt ein Ecuadorianer ist, ist Ecuador", sagte der Parlamentarier. Die Regierung von Rafael Correa habe sich zum Ziel gesetzt, die emigrierten Mitbürger stärker in politische Prozesse einzubinden. Die fast drei Millionen Staatsbürger, die ausserhalb der Landesgrenzen leben, sind durch ihre Geldsendungen, welche rund vier Prozent des Bruttoinlandprodukts des Landes ausmachen, ein wichtiger Faktor in der ecuadorianischen Wirtschaft.

Diego Vintimilla, mit 24 Jahren jüngster Abgeordneter im ecuadorianischen Parlament, verwies auf die Anstrengungen der Regierung im Bildungsbereich. Ecuador vergebe Stipendien, damit Studierende an den besten Universitäten der Welt eine Ausbildung erhalten, die langfristig der Entwicklung des Landes zugute käme, so der Vertreter der Kommunistischen Partei Ecuadors (PCE). Besondere Bedeutung habe auch die "Stadt des Wissens" Yachay in Ecuador, die zu einer zentralen Forschungsstätte in Lateinamerika ausgebaut werden soll.

Zahlreiche Ecuadorianerinnen und Ecuadorianer ergriffen das Wort und nutzten die Möglichkeit eines direkten Austausches mit den Parlamentariern. In mehreren Beiträgen wurde auf die schwierige Situation papierloser ecuadorianischer Bürger hingewiesen, die teilweise seit Jahren ohne Anspruch auf Sozialleistungen oder Versicherungsschutz in der Schweiz arbeiten.

Anwesend waren auch Aktivisten des Genfer Komitees für die Bürgerrevolution (CRC) sowie von ALBA SUIZA, einer kürzlich gegründeten Solidaritätsorganisation, welche die emanzipatorischen Bewegungen in den Ländern der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) unterstützt, der neben Venezuela, Kuba, Bolivien, Nicaragua und mehreren Karibikstaaten auch Ecuador angehört.

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