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Venezuela: Präsident Maduro strebt Aufbau von Arbeitermilizen an

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Präsident Maduro mit einem Absolventen der Bolivarischen Arbeiteruniversität "Jesús Rivero"
Präsident Maduro mit einem Absolventen der Bolivarischen Arbeiteruniversität "Jesús Rivero"

Caracas. Venezuelas Präsident Nicolás Maduro hat den Aufbau "Bolivarischer Arbeitermilizen" angeordnet. Maduro machte dies anläßlich der Vergabe der Abschlüsse an die ersten Absolventen der Bolivarischen Arbeiteruniversität "Jesús Rivero" bekannt, die im Stadttheater von Caracas feierlich begangen wurde.

Der Präsident begründete die Pläne mit der Notwendigkeit der besseren Organisierung der Arbeiterschaft "angesichts des Faschismus und der Bourgeoisie". Die Schaffung einer Arbeitermiliz müsse so schnell wie möglich geschehen und eine Allianz aller Arbeiter und Arbeiterinnen mit den Nationalen Bolivarischen Streitkräften ermöglichen.

"Die Arbeiterklasse wird immer mehr respektiert. Sie wird noch mehr respektiert werden, wenn die Arbeitermilizen 300.000, 500.000, eine oder zwei Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen in Uniformen und Waffen umfassen werden, bereit das Vaterland zu verteidigen", so der Präsident. Die Arbeitermilizen würden wie die Nationalen Milizen organisiert, die bereits seit 2009 gesetzlich als Teil der Streitkräfte des Landes definiert sind.

Maduro hat die Autoritäten der Universität der Streitkräfte (UNEFA) und der Arbeiteruniversität bereits angewiesen, ein Austauschprogramm im Sinne einer zivil-militärischen Einheit zu beginnen.

Die Milizbewegung in Venezuela geht in der Hauptsache auf die organisierte Bauernbewegung zurück, die selbsttätig mit dem Aufbau von Milizen anfing, weil in den ländlichen Gebieten kaum ein staatlicher Schutz vor Übergriffen von Pistoleros der Grossgrundbesitzer gegen Landarbeiter- und Bauernaktivisten existiert. Von Arbeitermilizen im Industriebereich ist bislang nur vereinzelt berichtet worden.

Als unverantwortlich kritisiert worden sind die Pläne des Präsidenten vom Generalsekretär des Oppositionsbündnisses Tisch der demokratischen Einheit (MUD), Ramón Guillermo Aveledo. Dieser erklärte gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur Efe, "wieso Arbeiter, Ärzte, Unternehmer, Organisatoren von Stadtvierteln oder Baseballspieler bewaffnen … wenn in einem Rechtsstaat die Streitkräfte und die Polizei das Monopol der Waffen besitzen?" Das Schlimmste wäre, wenn die Bewaffnung der Venezolaner auf eine Konfrontation "der einen gegen die anderen" hinausliefe.

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