Gewerkschaft beendet Rentenstreik in Bolivien

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Die COB-Führung bei der Pressekonferenz in La Paz
Die COB-Führung bei der Pressekonferenz in La Paz

La Paz. Nach 15 Tagen Arbeitsniederlegung, Straßenblockaden und Demonstrationen für mehr Rente hat Boliviens Dachgewerkschaft COB in der Nacht zum Mittwoch das Ende aller Streikaktivitäten erklärt. Man werde auf das letzte Angebot der Regierung zur Änderung des Rentengesetzes eingehen, so die COB-Führung auf einer Pressekonferenz in La Paz. "Wir werden den Streik zeitweilig unterbrechen, alle Druckmaßnahmen aufheben und an unsere Arbeitsplätze zurückkehren", erklärte COB-Gewerkschaftsführer Juan Carlos Trujillo nach einem Funktionärstreffen.

Die Friedenspflicht werde "für 30 Tage" bestehen. In dieser Zeit werde die Dachgewerkschaft mit rund zwei Millionen Mitgliedern im "Alarmzustand" bleiben, bis es zu einem schriftlichen Abkommen mit der Regierung der Bewegung zum Sozialismus (MAS) von Präsident Evo Morales komme, so Trujillo weiter.

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COB-Verhandlungsführer José Luis Delgado nannte den Streik einen Erfolg. Man habe eine Rentenzahlung von 70 Prozent des Arbeitsgehalts auf Grundlage der letzten 24 Monate der Gehaltsabrechnungen erreicht. In den Ausstand seit dem 6. Mai war die Gewerkschaft mit der Renten-Forderung nach vollem Lohnausgleich gezogen. Die MAS-Regierung nannte den Vorschlag "politisch motiviert", "illegal" und "technisch nicht machbar". In einer letzten Verhandlungsrunde hatten Regierungsvertreter das 70-Prozent-Modell vorgeschlagen.

Bei der Räumung von Straßenblockaden war auch Polizei eingesetzt worden. Dabei kam es zu Verhaftungen und mehreren hundert Verletzten auf beiden Seiten. Der volkswirtschaftliche Schaden des Streiks wird auf mehrere Millionen US-Dollar geschätzt, vor allem Tourismus-Branche und Export-Geschäft sind laut Branchenverbänden betroffen. Streikenden Lehrern im öffentlichen Dienst war das Gehalt während des Ausstandes gestrichen worden. Für den heutigen Donnerstag hat die Regierung ihre Anhänger erneut auf die Straßen gerufen. In La Paz werden eine halbe Million MAS-Unterstützer erwartet.

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