Erneut Kleinbauernaktivist in Bajo Aguán ermordet

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Logo der Kleinbauernorganisation MUCA in Honduras
Logo der Kleinbauernorganisation MUCA in Honduras

Tocoa. In der nordhonduranischen Krisenregion Bajo Aguán ist am vergangenen Wochenende der Kleinbauer José Omar Pérez ermordet worden. Der 37-jährige war Präsident der Kooperative Los Laureles in der Ansiedlung La Concepción, welche Teil der Kleinbauernorganisation MUCA ist. Pérez wurde in der Nähe seines Hauses von drei Unbekannten erschossen, als er sich auf dem Nachhauseweg befand.

Bereits am 1. Mai wurden in der Finca Los Laureles drei Kleinbauern der Organisation MOCRA von privaten Sicherheitskräften des Großgrundbesitzers Miguel Facussé angegriffen und schwer verletzt. Als Reaktion auf das Attentat besetzten Kleinbauern Teile der Finca. Die Besetzung wurde kurze Zeit später gewaltsam von Militär- und Polizeieinheiten aufgelöst.

Laut MUCA ist Pérez der 99. Kleinbauer der im Landkonflikt zwischen Bauern und Großgrundbesitzern ums Leben kam. Trotz der starken Militär- und Polizeipräsenz in der Region und trotz eines Dekrets zur allgemeinen Entwaffnung gehen die Menschenrechtsverletzungen und Morde ungebremst weiter. Bauernorganisationen kritisieren unter anderem, dass die privaten Sicherheitskräfte der Großgrundbesitzer, die für eine Vielzahl der Morde verantwortlich gemacht werden, nicht durch das Dekret betroffen sind. Den staatlichen Sicherheitskräften wird vorgeworfen, offen auf Seiten der Großgrundbesitzer zu agieren. Als äußerst besorgniserregend stufen Beobachter zudem die in den letzten Wochen zunehmende Kriminalisierung von Bauern- und Menschenrechtsaktivisten der Region ein.

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