Erneut Proteste der Kleinbauern in Paraguay gegen Regierung

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Proteste von Kleinbauern
Die Proteste der Kleinbauern richten sich gegen "die tauben Ohren der Regierung Francos"

Asunción. Seit Tagen protestieren in Paraguay erneut tausende Kleinbauern und ihre Familien gegen die De-facto-Regierung unter Federico Franco. Sie marschieren durch die Straßen der Departmentshauptstadt Concepción und blockieren die Haupteinfallstraßen sowie den Transitverkehr der Stadt. Ihre Proteste richten sich gegen "die tauben Ohren der Regierung Francos".

Die Führung der Bauernbewegung der Region Horqueta im Department Concepción versicherte, dass sie ihre Aktionen ausweiten werden, sollten sie keine Antwort von der Regierung bekommen.

Seit Wochen fordern die Bauern die Auszahlung der ihnen zustehenden Entschädigungszahlungen für die Ernteausfälle der vergangenen langanhaltenden Trockenheitsperiode. Die Zahlungen betragen etwas mehr als 210 US-Dollar pro Familie. Außerdem haben sie Anspruch auf Lebensmittel für vier Monate sowie Saatgut für die kommende Regenperiode.

Die Proteste laufen unter der Leitung der "Koordinationsgruppe für den Kampf und die Verteidigung des Lebens und der Souveränität". Seit vergangenem Dienstag blockieren die Landarbeiter die Hauptstraße V, die wichtigste Verkehrsader der Region, für mehrere Stunden täglich. Das führt zu kilometerlangen Staus von LKWs und anderen großformatigen Fahrzeugen. Das Department Concepción ist eine der wichtigsten Agrarregionen Paraguays.

Die Maßnahmen zur Unterstützung der ländlichen Bevölkerung wurden während der Regierungszeit Fernando Lugos (2008-2012) beschlossen. Die Sprecherin der Koordinationsgruppe, Ramona Valdés, verwies auf die große Not, in der sich die Familien der Kleinbauern befinden und betonte, dass die Straßenblockaden bis zu den Wahlen am 21. April fortgeführt werden, sollte die Franco-Regierung nicht umgehend auf die Forderungen reagieren. Gemeinsam mit anderen sozialen Organisationen planen sie die "komplette und endgültige" Sperrung der Hauptstraße.

Die diesjährige langanhaltende Dürre hatte in der Region zu hohen Ernteausfällen bei Baumwolle, Mais und anderen landwirtschaftlichen Produkten geführt.

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