Hintergrund & Analyse

Globaler Süden: Die Achse des Widerstands gegen die Tyrannei der Algorithmen

Gespräch mit Ignacio Ramonet über KI, Geopolitik und der Kampf um Souveränität in Lateinamerika
Ignacio Ramonet ist eine führende Referenz für alle, die die Mechanismen der Macht entschlüsseln wollen, eine unverzichtbare Persönlichkeit für jeden, der die Kräfte verstehen möchte, die unsere Welt prägen. Als Doktor der Semiotik, ehemaliger Redakteur von Le Monde diplomatique, Autor von "Die... weiter

Tote Wale für deutsches Gas in Argentinien

Flüssigerdgas-Terminals in Patagonien finanziert durch deutsche Kreditgeber bedrohen ein ganzes Ökosystem
Im Golfo San Matías sind regelmäßig zahlreiche Meeressäuger zu beobachten. Der Bau von Gasterminals und Ankerpunkten für sechs riesige Transportschiffe könnte zerstörerische Auswirkungen auf ein wichtiges Ökosystem und enormen Einfluss auf den Klimawandel haben. Auch deutsche Geldgeber spielen... weiter

Eine Klinik für alle: Eine andere Art der Daseinsvorsorge in Mexiko

Interview mit dem Arzt Joel Heredia. Erfolge und Zukunft des zapatistischen Gesundheitssystems
medico: 1994 drückte die indigene Bevölkerung in Chiapas mit einem bewaffneten Aufstand ihren Unmut über die Verarmung aus. Da die mexikanischen Regierungen ihre Forderung nach einem würdevollen Dasein nicht erfüllte, begann die indigene Bewegung, unabhängig vom Staat gesellschaftliche... weiter

Kritik am geplanten Lobby-Kontroll-Gesetz in Argentinien

Beim "Lobby-Gesetz" geht es um die Überwachung und Kontrolle der Zivilgesellschaft
Die argentinische Regierung unter Präsident Javier Milei hat einen Entwurf für ein Gesetz erarbeitet, dessen erklärtes Ziel es ist, die Transparenz im Zusammenhang mit Lobbyarbeit zu fördern. Menschenrechtsorganisationen zufolge zielt das geplante Gesetz jedoch darauf ab, zivilgesellschaftliche... weiter

Venezuela braucht einen "neuen Befreiungskampf"

Interview mit Ex-Vizepräsident Elías Jaua zu US-Vormundschaft. Regierungsbilanz und Stand der Basisorganisation
Das vorliegende Interview wurde Mitte Mai veröffentlicht, also vor dem Erdbeben in Venezuela. Nach der Naturkatastrophe, die die Zwangsvormundschaft der USA immer weiter vertieft, bleibt Jauas Analyse aktuell, zum Beispiel hinsichtlich einer "militärischen Besatzung". Er erläutert unter anderem,... weiter

US-Zölle und Wahlmanipulation in Brasilien

Warum das PIX-Zahlungssystem für Washington zur strategischen Bedrohung geworden ist
Das Ziel besteht darin, die derzeitige Regierungsfähigkeit zu untergraben, um bei den kommenden Wahlen in Brasilien eine Rückkehr der Rechten zu begünstigen. (El Tábano, Economista) Die neue Zolloffensive der USA gegen Brasilien ist von einem Paradoxon geprägt. Washington hat beschlossen, ein... weiter

Sanktionen verschlimmern die Folgen des Erdbebens in Venezuela erheblich

Eingefrorene Milliarden und blockierte Finanzmittel behindern Nothilfe und Wiederaufbau
Bei dem Doppelbeben vom 24. Juni in Venezuela sind nach aktuellen Regierungsberichten mehr als 3.800 Menschen ums Leben gekommen und 16.700 verletzt worden. Für Tausende Überlebende hat sich eine medizinische Krise entwickelt und 17.800 Menschen sind obdachlos. Es gibt erschütternde Berichte... weiter

Die Protestbewegung in Bolivien

Rückblick auf die jüngste Welle der Proteste. Regieren ohne soziale Bewegungen nicht möglich
Bis zur Aufhebung der Straßensperren Ende Juni hatte die Protestbewegung in Bolivien 52 Tage in Folge Demonstrationen und Straßenblockaden durchgeführt. Dazu gehörten insgesamt 50 Blockadepunkte im nationalen Straßennetz. Damit brachten die Demonstrierenden ihre Unzufriedenheit mit der derzeitigen... weiter

Katastrophenkapitalismus in Venezuela wie in Haiti?

Imperiale Kontrolle unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe nach dem Erdbeben in Venezuela
Es ist geradezu obszön, dass ausgerechnet das SouthcomSouthcom ist das Regionalkommando der US-Streitkräfte für Lateinamerika und die Karibik. Es spielte eine zentrale Rolle bei der Entführung von Nicolás Maduro und Cilia Flores am 3. Januar 2026 und ist maßgeblich an den seit September 2025... weiter

EU biedert sich Washington im Kurs gegen Kuba an

Kurswechsel der EU in der Kuba-Frage und Isolation Deutschlands in UN-Gremien
Im Juni hat die kubanische Regierung einen raschen Reformprozess eingeleitet. Nach der Einsetzung einer Expertenkommission aus renommierten kubanischen Ökonomen stimmte die Nationalversammlung mehr als 200 Reformvorschlägen zu (amerika21 berichtete). Zeitgleich verabschiedete das Europäische... weiter

Brasilien: Land, Leben, LGBTQI*

In der größten Volksbewegung Lateinamerikas MST gehen queere Themen Hand in Hand mit dem Kampf um Land
Wer ist das bäuerliche Subjekt? Wer sind die Akteur:innen der Volksagrarreform? Diese Frage tauchte in der Landlosenbewegung Movimento dos Trabalhadores Rurais Sem Terra (MST) erstmals mit explizitem Bezug zu queeren Themen auf dem 2015 organisierten Seminar "Die MST und sexuelle Vielfalt" auf.... weiter

Wahlen in Kolumbien: Die Gefahren hinter dem ultrarechten Kandidaten

Neoliberaler Umbau, alte Gewaltmuster und Vergeltung gegen Linke
Der 47-jährige Anwalt und ultrarechte Präsidentschaftskandidat Abelardo de la Espriella verbindet in seinem Programm eine ultraneoliberale Wirtschaftspolitik à la Javier Milei mit einer äußerst autoritären Sicherheits- und Militäragenda. Er will den Staat um 40 Prozent reduzieren und argumentiert,... weiter

Manipulierte Präsidentschaftswahlen in Kolumbien

Digitale Kampagnenmacht ultrarechter Kräfte und Technologien der Manipulation
In der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen vom 31. Mai lag der ultrarechte Kandidat Abelardo de la Espriella nach der elektronischen Schnellauszählung von praktisch 100 Prozent der Stimmen mit 43.74 Prozent (10.361.413 Stimmen) vor Iván Cepeda vom linken Pacto Histórico (40.9 Prozent oder 9.688... weiter

Kast, Orbán und die Auferstehung der Chicago Boys in Chile

Chiles neuer Präsident folgt dem Playbook der internationalen extremen Rechten
Am 5. Oktober 1988, während Chile Pinochet durch ein "Nein" im Plebiszit aus dem Amt drängte, verteidigte ein 22-jähriger Jurastudent im Sendeblock des "Ja" stolz die Weiterführung der Diktatur. Siebenunddreißig Jahre später wurde dieser Mann, José Antonio Kast, zum Präsidenten mit dem höchsten... weiter

Venezuela: Selbstorganisation im armen Stadtviertel Cota 905

Basisinitiative verwandelt Slum in Caracas in einen offenen Raum für Kultur und Gemeinschaft
Caracas hat zwei Verkehrsachsen, die als "Cotas" bekannt sind: die Cota Mil, auch Avenida Boyacá genannt, die am nördlichen Rand der Hauptstadt von Ost nach West entlang des Nationalparks Waraira Repano verläuft, und die Cota 905, oder Avenida Guzmán Blanco, die sich in südlicher Richtung erstreckt... weiter